Eine Schultür zu zwei Tageszeiten: Links gehen jüngere Kinder im kühlen Morgenlicht, rechts kommen ältere Schüler am warmen Nachmittag, und eine Lehrerin in der Tür winkt beiden zu.
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Zwei Schichten, ein Gebäude: Stundenplanung im Schichtunterricht

Vormittagsklassen, Nachmittagsklassen, Lehrkräfte, die in beiden Schichten unterrichten, und ein Labor, das für alle reichen muss. Was sich im Schichtbetrieb ändert und warum man ihn als einen Stundenplan planen sollte und nicht als zwei.

BBildena-Team · · 7 Min. Lesezeit

An einer Schule mit Schichtunterricht füllt sich das Gebäude zweimal am Tag. Eine Gruppe von Klassen kommt früh und geht gegen Mittag; eine zweite kommt, während die erste geht, und bleibt bis in den späten Nachmittag. In Deutschland ist das selten. In der Türkei dagegen ist es so verbreitet, dass es dafür eigene Begriffe gibt — ikili öğretim, mit sabahçı- und öğlenci-Klassen —, und es findet sich überall dort, wo eine Schule mehr Schülerinnen und Schüler als Klassenräume hat.

Es liegt nahe, das Ganze als zwei Stundenpläne zu behandeln, die sich zufällig dieselbe Adresse teilen. Genau um diesen Fehler geht es in diesem Artikel. Die Klassen sind getrennt. Die Lehrkräfte, die Labore und die Turnhalle sind es nicht.

Ein Tag, eine einzige Trennlinie

In Bildena hat eine Schule mit Schichtunterricht ein einziges Zeitraster, das den ganzen Tag umfasst — von der ersten Stunde der Vormittagsschicht bis zur letzten der Nachmittagsschicht. In den Schuleinstellungen steht dafür genau eine zusätzliche Zahl: die Vormittagsstunden, also der Punkt, an dem die Vormittagsschicht endet. Bei 14 Stunden pro Tag und 7 Vormittagsstunden gehören die Stunden 1–7 zum Vormittag und 8–14 zum Nachmittag.

Jede Klasse erhält dann eine Schicht: Vormittag, Nachmittag oder Ganztags. Die Regel dahinter ist einfach und gilt ausnahmslos:

Schicht der KlasseWo ihre Stunden liegen dürfenVerfügbare Stunden pro Woche (5 Tage × 14 Stunden, Teilung nach der 7.)
VormittagNur Stunden 1–7; der Nachmittag ist gesperrt35
NachmittagNur Stunden 8–14; der Vormittag ist gesperrt35
GanztagsDas gesamte Raster70

Eine Vormittagsklasse bekommt nie eine Nachmittagsstunde, und eine Doppelstunde läuft nie über den Schichtwechsel hinweg, weil die Hälfte, in die sie hineinreichen würde, gesperrt ist. Ganztagsklassen können im selben Plan neben den beiden Schichten stehen.

Warum ein Raster und nicht zwei Pläne? Weil eine Lehrkraft, die in der 3. Stunde die 9a und in der 10. Stunde die 6c unterrichtet, ein und dieselbe Person ist — und das Labor, das eine Vormittagsklasse in der 2. Stunde nutzt, dasselbe Labor ist, das eine Nachmittagsklasse in der 9. Stunde braucht. Zwei getrennt erstellte Pläne sehen die Kollisionen mit dem jeweils anderen nicht. Ein gemeinsames Raster sieht sie alle.

Welche Klasse in welche Schicht

Das entscheidet die Schule, nicht der Solver. Bildena wählt keine Schichten aus; es setzt die Stunden innerhalb der Schichten, die Sie festlegen. Welche Jahrgänge zuerst kommen, hängt meist von Schülerbeförderung, örtlichen Vorgaben und dem Alter der Kinder ab.

Viele Schulen tauschen die beiden Gruppen zum Halbjahr, damit nicht immer dieselben Schülerinnen und Schüler früh aufstehen müssen. In Bildena ist das eine Sammelbearbeitung in der Klassenliste — Klassen auswählen, Schicht ändern — und anschließend wird der Plan neu generiert.

Vor jeder Generierung berechnet die Vorprüfung die Kapazität jeder Klasse innerhalb ihrer eigenen Tageshälfte. Eine Vormittagsklasse mit 36 Wochenstunden wird im Raster oben sofort markiert — ihr stehen nur 35 zur Verfügung —, statt dass erst der Lauf scheitert. Klassen, denen durch Schicht und Sperrzeiten zusammen nur noch sehr wenige freie Stunden bleiben, erhalten eine eigene Warnung. Die Rechnung dahinter steht in unserem Artikel über unlösbare Pläne.

Prüfen Sie zuerst den Teilungspunkt. Ist die Zahl der Vormittagsstunden um eins falsch, gewinnt oder verliert jede Klasse einer Schicht fünf mögliche Stunden pro Woche. Keine andere einzelne Einstellung hat im Schichtbetrieb so große Folgen.

Lehrkräfte in beiden Schichten

Hier entscheidet sich, ob ein Schichtplan gut wird. Fachlehrkräfte — Sprachen, Musik, Sport, Religion — kommen in einer Schicht oft nicht auf ihr volles Deputat und unterrichten deshalb in beiden.

Für sie gibt es keine eigene Einstellung, und es ist auch keine nötig: In einem gemeinsamen Raster kann eine Lehrkraft über beide Schichten hinweg nie gleichzeitig in zwei Räumen sein. Das Problem sind nicht Überschneidungen. Das Problem ist die Zeit dazwischen.

Wer in der 2. und 3. Stunde unterrichtet und dann wieder in der 11. und 12., hat für vier Stunden Unterricht einen Arbeitstag von elf Stunden. Man fährt nach Hause und wieder zurück oder verbringt sieben Stunden im Lehrerzimmer — und genau an diesen Tag erinnert man sich, wenn über den Stundenplan gesprochen wird.

Was der Solver bereits tut

Bildena zählt Springstunden an jeder Schule gleich: jede leere Stunde zwischen der ersten und der letzten Stunde einer Lehrkraft an einem Tag. Springstunden kosten in der Bewertung des Solvers standardmäßig Punkte. Im Schichtbetrieb ist das ausgesprochen nützlich: Die Punktabzüge ziehen den Tag einer schichtübergreifenden Lehrkraft zusammen — an diesem Tag in eine Schicht oder an die Stunden rund um den Schichtwechsel, wo die letzte Vormittagsstunde und die erste Nachmittagsstunde direkt aufeinanderfolgen, ohne jede Lücke.

Wie stark dieser Effekt gegenüber anderen Präferenzen wiegt, entscheiden Sie selbst; die Abwägungen beschreibt der Artikel Springstunden bei Lehrkräften, Freistunden bei Klassen.

Die Falle: eine strikte tägliche Springstundengrenze. Eine feste Obergrenze für Springstunden pro Tag ist an einer Schule ohne Schichtbetrieb sinnvoll. Für eine Lehrkraft, die am selben Tag Vormittags- und Nachmittagsklassen hat, kann sie unerfüllbar sein — die Lücke entsteht zwangsläufig, sofern sich ihre Stunden nicht am Schichtwechsel treffen. Behandeln Sie Springstunden bei schichtübergreifenden Lehrkräften als gewichtete Präferenz oder nutzen Sie eine großzügige Wochengrenze; strikte Tagesgrenzen passen nur zu Lehrkräften, die in einer Schicht bleiben.

Was Sie selbst vorgeben können

Oft ist die sauberste Lösung, einer schichtübergreifenden Lehrkraft ganze Tage je Schicht zu geben: Montag, Mittwoch und Freitag vormittags, Dienstag und Donnerstag nachmittags. Das lässt sich mit der gewöhnlichen Verfügbarkeit ausdrücken. Markieren Sie an jedem Tag die andere Hälfte als Gesperrt, ist das für den Solver eine feste Vorgabe; markieren Sie sie als Bedingt (?), bleiben diese Stunden möglich, aber unerwünscht — die sicherere Wahl, wenn Sie nicht wissen, ob das Muster aufgeht.

Dasselbe Mittel hilft bei Lehrkräften, die auch an einer anderen Schule unterrichten — bei Fachlehrkräften nicht ungewöhnlich: Tragen Sie ihre Stunden an der anderen Schule als gesperrt ein, dann bleiben sie im Plan frei.

Das Labor, das für alle reichen muss

In einem gemeinsamen Raster brauchen Räume keine Sonderbehandlung: Ein Labor wird nie doppelt belegt, egal, welche Schicht es nutzt. Eine Vormittags- und eine Nachmittagsklasse können sich sogar einen Klassenraum teilen, ohne sich je zu begegnen — das ist schließlich der Sinn des Schichtbetriebs.

Das Risiko liegt beim Zählen. Eine Wochensumme verbirgt, in welcher Tageshälfte der Bedarf liegt. Ein Beispiel mit einem einzigen Chemielabor im Raster 5 × 14:

Benötigte LaborstundenVerfügbare LaborstundenErgebnis
Vormittagsschicht — 10 Klassen × 4 Stunden40355 zu viel
Nachmittagsschicht — 6 Klassen × 4 Stunden2435In Ordnung
Ganze Woche6470Sieht gut aus

Die Wochenzeile sagt, es sei noch Platz. Die Vormittagszeile zeigt, dass es diesen Plan nicht geben kann. Zählen Sie Fachräume daher vor der Generierung je Schicht, nicht je Woche. Ist eine Schicht überbucht, bleiben realistisch nur die Lösungen, die das Gebäude hergibt: eine Klasse in die andere Schicht verlegen, die Laborstunden eines Jahrgangs senken oder einen zweiten Raum dieses Typs öffnen.

Der Schichtwechsel

Für den Solver besteht der Schichtwechsel schlicht aus zwei benachbarten Stunden — der natürliche Treffpunkt für die Stunden einer schichtübergreifenden Lehrkraft. Wie lange der Wechsel tatsächlich dauert, weiß das Raster nicht. Die Uhrzeiten legen Sie in den Klingelzeiten fest, und jede Klasse kann ihr eigenes Klingelzeiten-Programm nutzen; so bekommen Vormittags- und Nachmittagsgruppe ihre tatsächlichen Anfangszeiten. Legen Sie an den Schichtwechsel eine echte Pause: Eine Gruppe geht, die andere kommt, und wer in beiden Schichten unterrichtet, muss durch die vollsten Flure des Tages den Raum wechseln.

Fairness zwischen den Schichten

Fairness zwischen den Schichten stellt man nicht ein, man prüft sie. Weil beide Schichten in einem Plan sichtbar sind, ist das eine kurze Durchsicht statt einer Konferenz. Vier Fragen, die sich vor der Veröffentlichung lohnen:

  • Fachräume. Bekommt eine Schicht das Labor überwiegend am Ende ihres Tages?
  • Kernfächer. Ballt sich Mathematik bei den Nachmittagsklassen in deren letzten Stunden?
  • Schichtübergreifende Lehrkräfte. Wie viele Lehrkräfte haben am selben Tag beide Schichten, und an wie vielen Tagen pro Woche?
  • Wechsel. Wenn eine Antwort eine Gruppe begünstigt: Ist der Schichttausch zum Halbjahr schon eingeplant?

Die ersten beiden deuten meist auf Schwachstellen in den Daten — ein Raumtyp, der in einer Schicht knapp ist, eine fehlende Verteilungspräferenz —, und die lassen sich vor dem nächsten Lauf beheben. Die dritte ist eine echte Abwägung; wo die Linie verläuft, kann nur die Schule entscheiden.

In dieser Reihenfolge klappt es

  1. Schuleinstellungen: Stunden pro Tag für beide Schichten zusammen und der Teilungspunkt Vormittagsstunden.
  2. Klassen: eine Schicht für jede Klasse. Mit der Sammelbearbeitung ist das ein Schritt.
  3. Vorgaben für Lehrkräfte: Stunden an anderen Schulen und, wo nötig, feste Schichttage — als Sperrzeiten.
  4. Fachräume: benötigte und verfügbare Stunden je Schicht gegenüberstellen.
  5. Generieren. Scheitert der Lauf, prüfen Sie zuerst strikte tägliche Springstundengrenzen bei schichtübergreifenden Lehrkräften.
  6. Durchsehen: die Fairnessfragen vor der Veröffentlichung.
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