Lehrerwünsche im Stundenplan: Sperrzeiten und freie Tage fair berücksichtigen
Im Frühjahr kommen die Wünsche der Lehrkräfte für den Stundenplan — per Mail, auf Zetteln, zwischen Tür und Angel. Wie Sie Sperrzeiten und andere Wünsche geordnet erfassen, harte von weichen trennen, die Rangfolge vorher festlegen und dem Kollegium hinterher zeigen, dass es fair zuging.
Spätestens wenn die Unterrichtsverteilung Gestalt annimmt, kommen die Wünsche. Eine Kollegin bringt montags ihr Kind in die Kita und kann erst zur dritten Stunde kommen. Ein Kollege unterrichtet donnerstagnachmittags an einem zweiten Standort. Drei Teilzeitkräfte hätten gern den Freitag frei, und jemand möchte nie wieder in der achten Stunde unterrichten.
Jeder dieser Wünsche ist vernünftig. Zusammen entscheiden sie, ob der Plan überhaupt aufgeht — und ob das Kollegium ihn zum Schuljahresbeginn als gerecht empfindet.
Erst sortieren: Welche Wünsche gehören in den Stundenplan?
Was als „Wunsch“ ankommt, sind meist drei verschiedene Dinge — und nur eines davon gehört in den Stundenplan:
- Wer welche Klasse in welchem Fach unterrichtet („Ich würde die 7b gern behalten“), ist eine Frage der Unterrichtsverteilung. Darüber entscheidet die Schulleitung, bevor der Stundenplan entsteht.
- Wiederkehrende Einschränkungen — Sperrzeiten, ein freier Tag, ein Nachmittag am anderen Standort — gehören in den Stundenplan.
- Einmalige Abwesenheiten — Fortbildung, Arzttermin, Klassenfahrt — gehören in die Vertretungsplanung. Als Sperrzeit eingetragen, blockieren sie ein Feld das ganze Schuljahr lang — wegen eines einzigen Dienstags.
Fragen Sie die Wünsche mit einem einzigen Formular ab: dieselben Fragen für alle, ein fester Stichtag. Sinnvolle Kategorien sind Sperrzeiten mit Tag und Stunde, ein freier Tag, keine Randstunden und kompakte Tage mit wenigen Springstunden (mancherorts Hohl- oder Fensterstunden genannt). Was nach dem Stichtag kommt, ist kein Wunsch mehr, sondern eine Änderung. Auch sie lässt sich später einarbeiten, ohne den Plan der ganzen Schule umzuwerfen (siehe Eine Stunde ändern, den Rest behalten).
Muss oder Kann: harte und weiche Wünsche
Bitten Sie jede Lehrkraft, ihre Angaben in zwei Spalten einzutragen: muss und kann. Ein Muss-Wunsch ist eine harte Grenze, deren Grund die Schulleitung kennt. Ein Kann-Wunsch wird erfüllt, wenn der Plan es zulässt. Ohne diese Trennung ist jeder Wunsch gleich dringend — und damit keiner.
Zwei Regeln machen das tragfähig. Erstens: eine Obergrenze für harte Sperrzeiten je Lehrkraft. Richten Sie sie am Deputat aus statt an einer festen Zahl für alle, dann gilt für Teilzeit- und Vollzeitkräfte derselbe Maßstab. Zweitens: Der Grund bleibt bei der Schulleitung; der Plan braucht nur Tag und Stunde. Gesundheitliche Gründe sind Gesundheitsdaten und nach der DSGVO besonders geschützt, familiäre Gründe zumindest vertraulich. In den Planungsdaten haben beide nichts verloren, auch nicht in einem Notizfeld.
So lassen sich typische Wünsche im Plan abbilden:
| Wunsch | Einstufung | Eintrag im Plan |
|---|---|---|
| Montags erst ab der 3. Stunde (Kinderbetreuung) | Muss | Mo 1. und 2. Stunde gesperrt |
| Donnerstagnachmittag am zweiten Standort | Muss | Do nachmittags gesperrt |
| Ein freier Tag, egal welcher (Teilzeit) | je nach Teilzeitkonzept | Höchstzahl an Unterrichtstagen; welcher Tag frei bleibt, entscheidet der Solver |
| Freitag frei | erst nachfragen: verhandelbar? | ganzer Tag gesperrt — nur, wenn es wirklich der Freitag sein muss |
| Möglichst keine 1. oder 8. Stunde | Kann | 1. und 8. Stunde als „Nur wenn nötig“ markiert |
| Kompakte Tage, wenige Springstunden | Kann | Gewichtung für Springstunden, schulweit; eine feste Obergrenze nur, wenn es ein Muss ist |
Der Unterschied zwischen „irgendein freier Tag“ und „Freitag frei“ ist größer, als man denkt. Bei einem festen Tag müssen alle Stunden dieser Lehrkraft, in jeder ihrer Klassen, in die übrigen vier Tage passen, und oft wünschen sich mehrere denselben Tag, gerade den Montag oder den Freitag. Fragen Sie deshalb nach, ob der Tag verhandelbar ist. Viele Teilzeitkräfte rechnen mit einem unterrichtsfreien Tag; manche Schulen legen in ihrem Teilzeitkonzept fest, ab welchem Stundenumfang er angestrebt wird. Ob Ihr Bundesland dazu Vorgaben macht — etwa für Teilzeit oder für schwerbehinderte Lehrkräfte — und wie Konferenz, Lehrerrat oder Personalrat an den Grundsätzen der Stundenplangestaltung beteiligt sind, ist unterschiedlich geregelt. Prüfen Sie das, bevor Sie etwas zusagen.
In Bildena tragen Sie das mit drei Pinseln in das Verfügbarkeitsraster jeder Lehrkraft ein: Verfügbar, Nicht verfügbar (✕) und Nur wenn nötig (?). Ein ✕ ist hart; dort setzt der Solver nie eine Stunde. Ein ? ist weich und schwach gewichtet: Mit den voreingestellten Gewichten kostet eine Stunde oder Doppelstunde in einem ?-Feld 3 Strafpunkte, eine Freistunde einer Klasse 40. Der Solver belegt also lieber ein ?-Feld, als einer Klasse eine Freistunde zuzumuten. Und jedes ? zählt gleich viel, von wem es auch kommt: Eine Rangfolge lässt sich damit nicht abbilden. Was unbedingt gelten muss, tragen Sie deshalb als ✕ ins Raster ein oder als Grenze darunter: Max. Tage pro Woche lässt den Solver den freien Tag wählen, ein ganz gesperrter Freitag legt ihn fest. Zu einer Sperrzeit speichert Bildena nur Tag, Stunde und ✕ oder ? — einen Grund gar nicht.
Die Rangfolge festlegen, bevor die Wünsche eingehen
Irgendwann kollidieren zwei Muss-Wünsche. Dann entscheidet entweder eine vorher vereinbarte Rangfolge — oder, wer sich zuerst beschwert. Eine mögliche Rangfolge: zuerst nachgewiesene gesundheitliche Gründe, Schwerbehinderung und Härtefälle, dann die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen, dann der freie Tag von Teilzeitkräften, zuletzt persönliche Vorlieben. Ob Ihre Schule genau diese wählt, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass Schulleitung oder Konferenz sie beschließt und dass sie mit dem Formular bekannt gegeben wird, nicht erst mit dem fertigen Plan.
Gerechtigkeit entsteht außerdem über die Jahre hinweg. Notieren Sie, wessen wichtiger Wunsch in diesem Jahr nicht erfüllt werden konnte, und geben Sie dieser Person im nächsten Jahr Vorrang. Und lassen Sie die Sperrzeiten aus dem Vorjahr neu bestätigen, statt sie ungeprüft zu übernehmen: Wer das neue Schuljahr aus dem alten anlegt, kopiert sie meist mit — samt der Kita-Zeit eines Kindes, das längst zur Schule geht.
Vor dem ersten Lauf: Geht das überhaupt auf?
Zu viele harte Wünsche sind ein häufiger Grund, warum ein Stundenplan unlösbar wird. Die Probe ist einfache Arithmetik: Nach Abzug der Sperrzeiten müssen einer Lehrkraft mindestens so viele Stunden bleiben, wie sie unterrichtet — plus Spielraum für die Bedingungen ihrer Klassen. Wer 14 Stunden unterrichtet, an höchstens drei Tagen kommen will und höchstens vier Stunden am Tag hält, passt in keinen Plan: Drei mal vier ist zwölf.
Weniger offensichtlich: Eine Sperrzeit trifft nicht nur die Lehrkraft, sondern auch ihre Klassen. In diesem Feld kann keine Stunde liegen, die die Lehrkraft in einer dieser Klassen gibt, und unterrichtet sie in einer Kopplung oder Schiene, ist das Feld für alle beteiligten Gruppen verloren. Wie man solche Engpässe vorher findet, zeigt der Beitrag Warum Stundenpläne unmöglich werden. Ob Stunden und Sperrzeiten zusammenpassen, testen Sie auch ohne Anmeldung: Stundenplan prüfen führt mit eingefügten Zeilen dieselben Prüfungen aus wie Bildena vor dem Lösen und speichert nichts.
Bildena rechnet das an zwei Stellen nach. Beim Anlegen einer Lehrkraft kommen Sie über den Schritt Verfügbarkeit nicht hinaus, solange weniger nutzbare Felder (verfügbar oder ?) bleiben, als ihr Deputat Stunden hat. Die Prüfungen vor der Verteilung melden ein kritisches Problem, wenn einer Lehrkraft mehr Stunden zugewiesen sind, als Felder ohne ✕ bleiben, oder wenn Tagesgrenze und Höchstzahl der Tage zusammen nicht reichen. Solange es offen ist, startet keine Verteilung. Für den ersten Fall bietet Mit KI beheben zwei Wege an: die Wochenstunden ihrer Unterrichtskarten um den Überhang zu kürzen oder genau so viele ✕ in ? umzuwandeln wie nötig. Der Vorschlag zeigt alten und neuen Wert jedes Eintrags und gilt erst, wenn Sie ihn übernehmen. Prüfen Sie dabei, welche ✕ es trifft: Ihre Rangfolge kennt er nicht. Kein Wunsch wird stillschweigend abgeschwächt.
Dem Kollegium zeigen, dass es fair zuging
Wessen Wunsch nicht erfüllt werden konnte, sollte das vor dem Aushang erfahren — mit dem konkreten Grund: welche Klasse, welche Regel, welcher andere Wunsch Vorrang hatte. Wer es erst am Aushang liest, empfindet einen verständlichen Kompromiss leicht als Kränkung.
Dem übrigen Kollegium zeigen Sie Zahlen statt Beteuerungen. Durchschnitte helfen dabei wenig; ein Plan mit guten Mittelwerten kann eine Lehrkraft mit vier Springstunden am Dienstag enthalten. Schauen Sie auf die am stärksten Belasteten — warum, steht im Beitrag über Springstunden und Freistunden.
In Bildena führt die Übersicht im Modul Plan unter „Seit der Veröffentlichung geändert“ jede Lehrkraft auf, deren ?-Felder im veröffentlichten Plan belegt sind — mit Tag, Stunde und dem Vermerk „frei gewünscht — noch offen“. Die Freistunden einer einzelnen Lehrkraft zeigt ihr Profil im Wochenstundenplan, Tag für Tag. Eine Rangliste aller Lehrkräfte nach Springstunden gibt es nicht als Bericht; diese zählen Sie im Gesamtplan — Lehrkräfte aus.
In Bildena tragen Sie Sperrzeiten (✕) und Kann-Wünsche (?) in das Verfügbarkeitsraster jeder Lehrkraft ein, und die Prüfungen vor der Verteilung zeigen vor dem ersten Lauf, ob die Sperrzeiten mit den zugewiesenen Stunden aufgehen. Ausprobieren können Sie das einen Monat lang kostenlos, mit den Daten Ihrer eigenen Schule und ohne Kreditkarte.