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Unterrichtsverteilung erstellen: von der Stundentafel zur Lehrereinsatzplanung

Bevor ein Stundenplan gerechnet wird, muss feststehen, wer welche Klasse in welchem Fach mit wie vielen Wochenstunden unterrichtet. Wie Sie die Unterrichtsverteilung Ihrer Schule erstellen — von der Stundentafel über Kopplungen und Teilungen bis zu Deputat und Fakultas — und warum sie bestimmt, wie gut der Stundenplan überhaupt werden kann.

BBildena-Team · · 7 Min. Lesezeit

Wer im Frühjahr den Stundenplan für das nächste Schuljahr vorbereitet, beginnt selten mit dem Plan, sondern mit einer Tabelle: oft die Klassen in den Spalten, die Fächer in den Zeilen, in jedem Feld Wochenstunden und ein Lehrerkürzel. Das ist die Unterrichtsverteilung, an manchen Schulen auch Lehrereinsatzplanung genannt: für jede Klasse und jedes Fach die Wochenstunden und die Lehrkraft. Der Stundenplan entscheidet danach nur noch, an welchem Tag, in welcher Stunde und in welchem Raum.

Vieles, was in den ersten Schulwochen dem Stundenplan angelastet wird — Springstunden, ein schlecht über die Woche verteiltes Fach, ein Plan, der sich im Sommer gar nicht rechnen ließ —, wurde deshalb schon im Frühjahr in der Unterrichtsverteilung entschieden. Dieser Beitrag geht den Weg von der Stundentafel bis zum Lehrereinsatz Schritt für Schritt durch.

Schritt 1: Aus der Stundentafel wird ein Bedarf

Ausgangspunkt ist die Stundentafel Ihres Landes für Ihre Schulform, Jahrgang für Jahrgang. Manche Länder, etwa Hessen, Brandenburg oder Schleswig-Holstein, geben Kontingentstundentafeln heraus, die einem Fach oder Lernbereich Stunden für mehrere Jahrgänge zusammen vorgeben; wie sie sich auf die einzelnen Jahrgänge verteilen, entscheidet dann die Schule im Rahmen der Vorgaben. Die amtlichen Tafeln der gängigen Schulformen, jede mit Quellenangabe, finden Sie in unserer Übersicht der Stundentafeln aller 16 Länder.

Die Stundentafel ist aber nur die Grundlage: Sie zählt die Stunden der Klasse, nicht die der Lehrkräfte. Hinzu kommen parallele Wahlpflichtkurse (für die Klasse eine Stunde, für das Kollegium eine je Kurs), die zusätzlichen Stunden aus Teilungen und, je nach Land und Schule, Förderunterricht und Arbeitsgemeinschaften. All das gehört in die Bedarfssumme, bevor die erste Lehrkraft zugeordnet ist. Sonst taucht es im Juni als Restbedarf auf, für den niemand mehr Stunden frei hat.

Bleiben die halben Stunden. Sieht die Tafel für ein Fach anderthalb Wochenstunden vor, gibt es zwei übliche Wege: A- und B-Woche im Wechsel oder Epochenunterricht, bei dem das Fach einige Wochen oder ein Halbjahr lang mit mehr Stunden läuft und sonst entfällt. Entscheiden Sie das jetzt, nicht erst, wenn der Plan gerechnet wird; wann sich der Zwei-Wochen-Rhythmus lohnt, steht in unserem Beitrag zu A-Woche und B-Woche.

Schritt 2: Kopplungen und Teilungen einplanen

Bei einer Kopplung werden mehrere Klassen oder Gruppen zur selben Zeit unterrichtet, oft neu gemischt. Typisch sind Religion, Ethik oder Philosophie quer über die Parallelklassen, Wahlpflichtkurse, die zweite Fremdsprache, Sportgruppen und in der Oberstufe die Kurse in Schienen. Werden 7a, 7b und 7c in Religion und Ethik gekoppelt, müssen in dieser Stunde alle drei Klassen, alle beteiligten Lehrkräfte und alle benötigten Räume zugleich frei sein.

Bei einer Teilung wird eine Klasse für ein Fach in Gruppen aufgeteilt, etwa in Informatik, im naturwissenschaftlichen Praktikum oder in einer Fremdsprache. Laufen die Gruppen gleichzeitig, braucht jede eine eigene Lehrkraft und einen eigenen Raum; bei zwei Gruppen verdoppeln sich so die Lehrerstunden, während die Zeit der Klasse gleich bleibt. Deshalb gehören Teilungen in die Bedarfssumme aus Schritt 1.

In Bildena fragt die Unterrichtskarte dafür als Erstes: „Wer nimmt an dieser Stunde teil?“ „Klassen gemeinsam“ ergibt eine Karte für alle beteiligten Klassen: eine Stunde, alle Schülerinnen und Schüler im selben Raum, bei mehreren Lehrkräften im Team. „Schüler in Gruppen geteilt“ ergibt eine Karte je Lehrkraft, alle an dieselbe Stunde gebunden. Wählen Sie dabei mehrere Klassen, wird jede von ihnen geteilt — so entsteht auch die Religions- und Ethikkopplung der 7a bis 7c. Eine häufige Verwechslung: Zwei Klassen mit demselben Fach, jede mit eigener Lehrkraft im eigenen Raum und ohne dass gemischt wird, sind kein gemeinsamer Unterricht, sondern zwei gewöhnliche Karten.

Schritt 3: Das Angebot — Deputat, Fakultas und die Bilanz

Dem Bedarf steht das Kollegium gegenüber. Jede Lehrkraft bringt ein Deputat mit, in manchen Ländern auch Pflichtstunden oder Regelstundenmaß genannt; seine Höhe hängt von Land, Schulform und Stellenanteil ab. Anrechnungs- und Ermäßigungsstunden, etwa für Leitungsaufgaben, müssen abgezogen sein, bevor Sie verteilen.

Die zweite Größe ist die Fakultas, die Lehrbefähigung für ein Fach. Fachfremder Unterricht kommt vor, wo Fachlehrkräfte fehlen; wo er nötig ist, sollte er eine bewusste Entscheidung sein: Wer in der 8c fachfremd Physik übernimmt, sollte das im Frühjahr im Gespräch erfahren und nicht kurz vor Schulbeginn aus dem Aushang.

Ob die Rechnung aufgeht, zeigt dann eine einfache Bilanz aus Bedarf und Angebot:

BedarfAngebot
Wochenstunden laut Stundentafel × Zahl der Klassen, Jahrgang für JahrgangSumme der Deputate nach Stellenanteil
+ Förderunterricht und Arbeitsgemeinschaften, soweit nicht schon in der Stundentafel− Anrechnungs- und Ermäßigungsstunden
± Lehrerstunden aus Teilungen und Kopplungen, etwa zusätzliche Wahlpflichtkurseje Fach nur Lehrkräfte mit Fakultas — oder bewusst fachfremd
= Gesamtbedarf je Fach= verfügbare Lehrerstunden je Fach

Die Differenz ist Ihr Fehlbedarf oder Überhang, und zwar je Fach: Eine Schule kann insgesamt genug Stunden haben und in Chemie trotzdem nicht auskommen. Wie diese Lücke geschlossen wird, klärt die Schulleitung in der Regel mit den Fachschaften und, wo Stellen fehlen, mit der Schulaufsicht — bevor jemand Kürzel in Felder schreibt.

Warum die Unterrichtsverteilung die Qualität des Stundenplans begrenzt

Ein Stundenplan kann nur setzen, was die Unterrichtsverteilung ihm vorgibt. Wer welche Klasse unterrichtet, steht beim Rechnen fest; jede Stunde kann nur dort liegen, wo die Lehrkraft frei und die Klasse offen ist. Drei Muster engen diesen Spielraum besonders ein:

  • Zersplitterter Einsatz. Ein, zwei Stunden in vielen Klassen aus mehreren Jahrgängen müssen in die Lücken all dieser Klassen passen.
  • Teilzeit mit festen freien Tagen und vielen kleinen Einsätzen. Wer an zwei Tagen nicht da ist, hat für dieselben Klassen weniger mögliche Plätze.
  • Mehrere Kopplungen im selben Jahrgang. Steht eine Lehrkraft in der Religionskopplung und im Wahlpflichtband der 9, dürfen sich beide bei ihr nicht überschneiden und müssen in den Plan jeder beteiligten Klasse passen.

Angenommen, eine Kunstlehrkraft in Teilzeit hat dienstags und freitags frei und je eine Doppelstunde in sechs Klassen aus drei Jahrgängen. Diese Klassen haben an den drei übrigen Tagen aber schon Kopplungen, Hallenzeiten für Sport und die Stunden anderer Teilzeitkräfte. Übrig bleiben wenige Plätze, und der Plan zeigt das als Springstunden, als Kunst in der achten Stunde oder als Karte, die sich nicht setzen lässt. Wie Springstunden der Lehrkräfte und Freistunden der Klassen dann gegeneinander abgewogen werden, zeigt unser Beitrag über Springstunden und Freistunden.

Faustregeln und Zeitplan

Ein paar Regeln haben sich bewährt, weil sie dem Stundenplan Spielraum lassen:

  • Die Stunden eines Fachs in einer Klasse möglichst bei einer Lehrkraft bündeln.
  • Klassenlehrkräfte, besonders in der Grundschule, möglichst viele Stunden in ihrer eigenen Klasse unterrichten lassen: weniger Lehrkräfte je Klasse, weniger Verfügbarkeiten, die zusammenpassen müssen.
  • Teilzeitkräfte nicht auf viele Klassen mit wenigen Stunden verteilen.
  • Lehrkräfte in Mangelfächern zuerst einplanen; jeder zusätzliche Einsatz in einem anderen Fach macht ihren Plan noch enger.
  • Bei Lehrkräften, deren Deputat ihre freien Plätze schon fast füllt, vor dem Verteilen über Sperrzeiten sprechen — nicht erst, wenn der Plan nicht aufgeht.

Die Unterrichtsverteilung entsteht im Frühjahr, sobald Klassenzahlen und Personal absehbar sind, und sollte möglichst vor den Sommerferien stehen. Endgültig ist sie damit nicht: Späte Einstellungen, Elternzeit und geänderte Teilzeit ändern sie zum Schuljahresbeginn oft noch einmal. Je nach Land geht sie außerdem in die amtliche Schulstatistik ein; was gemeldet wird, regelt jedes Land selbst.

Der Zeitpunkt zählt. Eine Lehrkraft aus einer Kopplung zu nehmen oder zwei Klassen anders zu besetzen, kostet im Frühjahr ein Gespräch. Kurz vor Schulbeginn, wenn der Plan steht und ausgehängt ist, kostet es Umplanungen in einem Plan, den schon alle kennen.

Die Unterrichtsverteilung in Bildena

In Bildena erstellen Sie die Unterrichtsverteilung unter „Beziehungen“. Jede Klasse zeigt dort, welche Fächer ihr gegenüber ihren Parallelklassen fehlen: Die Stundentafel eines Jahrgangs ist kein eigener Datensatz; Bildena leitet sie aus den Karten seiner Klassen ab, nicht aus der amtlichen Tafel. In der Lehrerauswahl stehen zuerst die Lehrkräfte, die das Fach unterrichten, die am wenigsten ausgelasteten oben, mit Ist-Stunden und Deputat; über dem Deputat wird der Balken rot. Hat eine Lehrkraft Unterrichtsfächer eingetragen, aber dieses nicht, steht an ihrer Karte „fachfremd“. „Aus dem Vorjahr übernehmen“ überträgt die Karten der 5a in die neue 6a, ohne vorhandene zu überschreiben.

Zwei Einschränkungen: Die Lehrbefähigung steht an der Lehrkraft nur als Freitext und wird nicht geprüft, und die Unterrichtsfächer unterscheiden keine Schulstufen. Das Deputat ist eine reine Angabe in ganzen Stunden, die der Solver nicht erzwingt und von der der Balken keine Ermäßigungen abzieht; tragen Sie dort die Stunden ein, die für den Unterricht bleiben. Der Solver sucht für jede Stunde einer Karte nur Zeitpunkt und Raum, die Lehrkraft bleibt fest. Vorher meldet Bildena etwa Klassen mit mehr Stunden, als ihre offenen Plätze fassen, und Lehrkräfte mit mehr Stunden als freien Plätzen; ein kritischer Befund sperrt den Lauf. Ein Schnittmengen-Test zeigt in Millisekunden, wenn die Stunden einer Lehrkraft nicht in die Plätze passen, an denen sie frei und ihre Klassen offen sind. Meldet er etwas, stimmt es; meldet er nichts, ist ein rechenbarer Plan damit noch nicht garantiert. Mehr dazu in Warum Stundenpläne unmöglich werden.


Im Gratismonat können Sie Ihre Unterrichtsverteilung in Bildena anlegen — von Hand, aus einer Excel-Tabelle oder aus einem Untis-Export — und vor dem ersten Lauf sehen, ob eine Lehrkraft, Kopplung oder Teilung den Plan unmöglich macht.

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