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Kursblockung in der Oberstufe: von den Kurswahlen zu den Schienen, Schritt für Schritt

Wer welchen Kurs belegen möchte, steht auf den Wahlbögen. Welche Kurse gleichzeitig liegen und wer in welcher Gruppe sitzt, entscheidet die Kursblockung. Wie Sie aus den Kurswahlen Schienen bilden, Kollisionen und zu kleine Kurse früh erkennen, die Lehrkräfte gleich mit einplanen und die fertige Blockung an den Stundenplan übergeben.

BBildena-Team · · 8 Min. Lesezeit

Nach der Kurswahl hat die Oberstufenkoordination vor allem eine lange Liste vor sich: für jede Schülerin und jeden Schüler die gewählten Leistungs- und Grundkurse. Daraus muss bis zum Schuljahresbeginn ein Kursplan werden, in dem alle ihre Kurse besuchen können, ohne zur selben Zeit an zwei Orten erwartet zu werden. Diese Arbeit heißt Kursblockung, kurz Blockung. Sie legt fest, welche Kurse gleichzeitig liegen, wie viele Gruppen ein Kurs bekommt und wer in welcher Gruppe sitzt. Wann das alles in der Woche stattfindet, entscheidet erst danach der Stundenplan.

Hier geht es um das Vorgehen, mit oder ohne Programm. Was Bildena dabei übernimmt, steht auf unserer Seite Kursblockung und Stundenplan für die Oberstufe.

Was eine Blockung ist

Eine Schiene, an manchen Schulen Band oder Block genannt, bündelt Kurse, die zur selben Zeit stattfinden. Wer in Schiene 3 den Grundkurs Geschichte belegt, kann in Schiene 3 nichts anderes belegen. Die Blockung verteilt die Kurse so auf die Schienen, dass jede Schülerin und jeder Schüler je Schiene höchstens einen Kurs hat. Gelingt das für alle Wahlen, ist die Blockung kollisionsfrei.

Entscheidend ist dabei der Unterschied zwischen Kurs und Gruppe. Wählen 70 Schülerinnen und Schüler den Grundkurs Deutsch, wird er in drei parallelen Gruppen unterrichtet, oft als D-GK 1 bis 3 geführt, und diese Gruppen dürfen in verschiedenen Schienen liegen. Genau das macht die Blockung lösbar: Ein Fach mit mehreren Gruppen lässt sich verteilen, ein Kurs mit nur einer Gruppe nicht. Er liegt in genau einer Schiene, und alle, die ihn gewählt haben, müssen dort frei sein.

Dazu kommen drei weitere Bedingungen: Jede Gruppe liegt zwischen Mindest- und Höchstgröße, keine Lehrkraft hat zwei Gruppen in derselben Schiene, und für jede Schiene gibt es genug Fachräume.

Schritt 1: Den Rahmen vor der Wahl festlegen

Die meisten Schwierigkeiten einer Blockung entstehen vor der Wahl, nicht danach. Klären Sie vorher vier Dinge:

  • Belegverpflichtungen. Wie viele Kurse auf erhöhtem und auf grundlegendem Niveau belegt werden müssen, welche Fächer Pflicht und welche Kombinationen zulässig sind, regelt die Oberstufenverordnung Ihres Landes. Ein Wahlbogen, der diese Regeln abbildet, erspart Ihnen später die Rückfragen zu ungültigen Wahlen.
  • Stundenumfang. Kurse mit gleicher Wochenstundenzahl teilen sich Schienen gleicher Länge. In Nordrhein-Westfalen etwa haben Leistungskurse fünf und Grundkurse drei Wochenstunden. Die Stundentafeln der gymnasialen Oberstufe mit ihren amtlichen Quellen finden Sie in unserer Stundentafel-Übersicht.
  • Schienenzeit. Rechnen Sie aus, wie viele Schienen in die Woche passen. Belegt jede Schülerin und jeder Schüler zwei Leistungskurse zu fünf und bis zu acht Grundkurse zu drei Stunden, braucht der Jahrgang zwei Schienen zu fünf und acht zu drei Stunden: 34 Wochenstunden, die im Zeitraster neben der Sekundarstufe I Platz finden müssen. Jede weitere Schiene erleichtert die Blockung, kostet aber Platz im Raster — und Freistunden für alle, die darin keinen Kurs haben.
  • Kursangebot und Kursgrößen. Legen Sie fest, welche Kurse Sie anbieten, welche Mindestgröße gilt (häufig geben Land oder Schulträger sie vor) und welche Höchstgröße Räume und Pädagogik zulassen. Entscheiden Sie auch vorab, was mit zu kleinen Kursen geschieht, und schreiben Sie es auf den Wahlbogen: „Der Kurs kommt nur bei ausreichender Nachfrage zustande.“

Schritt 2: Wählen lassen — frei oder nach Schienen?

Es gibt zwei Verfahren, und viele Schulen mischen sie.

Wahl nach vorgegebenen Schienen. Die Schule legt die Schienen vorab fest, oft nach dem Muster des Vorjahres, und gewählt wird je Schiene ein Kurs. Kollisionen kann es so nicht geben, die Blockung ist mit der Wahl erledigt. Der Preis ist ein Wahlzwang: Wer Physik und Informatik belegen möchte, beide aber in derselben Schiene findet, muss auf eines verzichten, weil das Raster es so vorgibt. Bei kleinen Jahrgängen mit schmalem Angebot kann das trotzdem der vernünftige Weg sein.

Freie Wahl, danach Blockung. Gewählt wird im Rahmen der Belegverpflichtungen, und die Schienen entstehen aus den tatsächlichen Wahlen. Das macht mehr Arbeit, lässt aber Kombinationen zu, die ein starres Raster ausschließt. Was am Ende nicht aufgeht, klären Sie im Einzelgespräch.

Nach einem Ersatzwunsch fragen. Lassen Sie auf dem Wahlbogen zu jedem frei gewählten Grundkurs einen Ersatzkurs angeben. Geht eine Wahl in der Blockung nicht auf, kennen Sie die zweitbeste Lösung schon, statt im Juni jeden Einzelnen fragen zu müssen.

Legen Sie die Frist so, dass zwischen Wahlschluss und Sommerferien genug Zeit für Blockung und Gespräche bleibt; wie sich das in den Zeitplan des Schuljahres einfügt, zeigt unsere Checkliste für den Stundenplan 2027/28. Prüfen Sie jede Wahl schon beim Eingang gegen die Regeln, und planen Sie eine Nachwahl ein: Zugänge, Wiederholerinnen und Wiederholer und Kurswechsel kommen mit Sicherheit.

Schritt 3: Die Wahlen auswerten

Bevor Sie die erste Schiene bilden, zählen Sie. Für jeden Kurs: Wie viele haben ihn gewählt, wie viele Gruppen ergibt das bei Ihrer Höchstgröße, und erreicht er die Mindestgröße? 82 Wahlen für den Grundkurs Biologie ergeben bei höchstens 24 Plätzen je Gruppe vier Gruppen. Neun Wahlen für den Leistungskurs Kunst ergeben bei einer Mindestgröße von zwölf keinen Kurs, sondern eine Entscheidung.

Über kleine Kurse entscheiden Sie deshalb jetzt, nicht mitten in der Blockung. Die üblichen Wege: den Kurs gemeinsam mit einer Nachbarschule anbieten, ihn jahrgangsübergreifend führen, wo Ihr Land das zulässt, ihn trotzdem als kleine Gruppe einrichten oder ihn streichen und umwählen lassen. Ein Kooperationskurs bringt eine eigene Bedingung mit: Seine Zeit bestimmt oft die Partnerschule, seine Schiene steht damit schon vor der Blockung fest.

Das wichtigste Werkzeug für die Blockung von Hand ist die Kollisionsmatrix: eine Tabelle mit allen Kursen in den Zeilen und Spalten; in jedem Feld steht, wie viele beide Kurse gewählt haben. Eine Null heißt: Die beiden Kurse dürfen in dieselbe Schiene. Jede andere Zahl heißt: Liegen sie zusammen, verlieren so viele eine Wahl — es sei denn, ein Kurs hat mehrere Gruppen, die sich auf verschiedene Schienen verteilen lassen.

Besonders genau sehen Sie sich die Kurse mit nur einer Gruppe an. Je zwei von ihnen, die auch nur eine Schülerin gemeinsam haben, brauchen verschiedene Schienen. Überschneiden sich vier solcher Kurse jeder mit jedem, brauchen sie vier verschiedene Schienen; gibt es nur drei Schienen dieser Länge, ist die Blockung rechnerisch unmöglich, so geschickt Sie auch verteilen. Dann helfen nur eine zweite Gruppe, eine zusätzliche Schiene oder eine Umwahl.

Schritt 4: Schienen bilden, vom Schwierigen zum Leichten

Wer von Hand blockt, fährt mit einer festen Reihenfolge am besten:

  1. Feste Vorgaben zuerst: Kooperationskurse und alles, was aus anderen Gründen in eine bestimmte Schiene muss.
  2. Dann die Leistungskurse. Es gibt nur wenige Leistungskurs-Schienen, und jede gewählte Kombination muss in ihnen aufgehen.
  3. Dann die Grundkurse mit nur einer Gruppe, geordnet nach der Kollisionsmatrix: die mit den meisten Überschneidungen zuerst.
  4. Zuletzt die Fächer mit vielen Gruppen wie Deutsch, Mathematik und Englisch. Sie füllen die Lücken: Jede ihrer Gruppen kommt in eine Schiene, in der ihre Schülerinnen und Schüler frei sind.

Anschließend ordnen Sie die Schülerinnen und Schüler den Gruppen zu und gleichen die Größen paralleler Gruppen an. Drei Deutschgruppen mit 26, 25 und 9 Plätzen sind zwar kollisionsfrei, aber kaum zu vertreten.

Lehrkräfte gehören in denselben Arbeitsgang, nicht hinterher. Jede Gruppe braucht eine Lehrkraft mit passender Fakultas, und niemand kann zwei Gruppen derselben Schiene unterrichten. Unterrichtet eine Kollegin den einzigen Leistungskurs Chemie und dazu eine Gruppe im Grundkurs Chemie, gehören beide in verschiedene Schienen. Räume prüfen Sie je Schiene: Liegen der Leistungskurs Chemie und zwei Biologiegruppen in derselben Schiene, brauchen Sie zur selben Zeit drei naturwissenschaftliche Fachräume. Für Sportkurse und Hallen gilt dasselbe.

Schritt 5: Was nicht aufgeht

Bei freier Wahl bleiben fast immer einige Wahlen ohne Platz. Typisch ist eine seltene Kombination: ein Leistungskurs mit einer Gruppe und zwei Grundkurse, die ebenfalls nur einmal laufen und sich gegenseitig im Weg stehen. Prüfen Sie die Auswege in dieser Reihenfolge:

  1. einen Kurs in eine andere Schiene verschieben und prüfen, wen das neu trifft;
  2. Schülerinnen und Schüler zwischen parallelen Gruppen tauschen, um in einer anderen Schiene Platz zu schaffen;
  3. eine weitere Gruppe einrichten, wenn die Wahlen für die Mindestgröße reichen und eine Lehrkraft frei ist;
  4. mit den Betroffenen sprechen und den Ersatzwunsch nutzen;
  5. als letzten Ausweg eine zusätzliche Schiene: Sie löst viel, kostet aber Platz im Raster.

Führen Sie diese Gespräche vor den Sommerferien; wer erst im September erfährt, dass sein Kurs nicht zustande kommt, hat kaum noch Ausweichmöglichkeiten.

Schritt 6: Die Blockung an den Stundenplan übergeben

Für den Stundenplan ist jede Schiene eine Kopplung: Alle ihre Gruppen liegen zur selben Zeit, jede mit eigener Lehrkraft und eigenem Raum. Legen Sie fest, wie sich die Stunden einer Schiene über die Woche verteilen, etwa ein fünfstündiger Leistungskurs als zwei Doppelstunden und eine Einzelstunde. Das Muster gilt für jede Gruppe der Schiene; mehr dazu im Beitrag über Doppelstunden und Blöcke.

Wer den Stundenplan von Hand baut, setzt die Schienen meist zuerst, weil sie die meisten Beteiligten zugleich binden; der übrige Unterricht der Lehrkräfte muss um sie herum liegen. Eine Lehrkraft mit Kursen in sechs verschiedenen Schienen lässt sich nur schwer ohne Springstunden verplanen.

Auch der Klausurplan profitiert: Kurse derselben Schiene haben keine gemeinsamen Schülerinnen und Schüler, ihre Klausuren lassen sich also gleichzeitig schreiben. Kurswechsel nach Schuljahresbeginn lösen Sie in der bestehenden Blockung, statt neu zu blocken. Jede neue Blockung verschiebt Gruppen, und jede verschobene Gruppe ändert die Woche von Menschen, die gar nicht gewechselt haben.

Wie Bildena die Blockung übernimmt

In Bildena geben die Schülerinnen und Schüler ihre Kurswahl in einer Wahlrunde selbst ab. Für die Runde legen Sie Grenzen fest — Kurse auf erhöhtem Niveau, Kurse insgesamt, Wochenstunden —, und eine Wahl außerhalb dieser Grenzen oder mit einem Fach doppelt wird bei der Abgabe zurückgewiesen. Die Belegverpflichtungen Ihres Landes im Einzelnen prüft Bildena nicht. Zahl und Länge der Schienen schlägt Bildena aus den Regeln der Runde vor; Sie übernehmen oder ändern sie. Wie viele Gruppen jeder Kurs bekommt, in welcher Schiene jede Gruppe liegt und wer wo sitzt, berechnet Bildena so, dass niemand zwei Kurse in einer Schiene und keine Lehrkraft zwei Gruppen derselben Schiene hat.

Was nicht aufgeht, steht mit Begründung in der Liste „Ohne Platz“ und lässt sich von Hand platzieren. Nach dem Annehmen wird jede Gruppe zu einer Unterrichtskarte mit ihren Schülerinnen und Schülern, und im Stundenplan ist niemand zur selben Zeit doppelt verplant. Die Einzelheiten stehen auf der Seite Kursblockung und Stundenplan für die Oberstufe.


Im Gratismonat können Sie für einen Jahrgang eine Wahlrunde anlegen, die Schienen bauen lassen und sehen, welche Wahlen ohne Platz bleiben und warum — mit allen Funktionen, den Daten Ihrer eigenen Schule und ohne Kreditkarte.

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